Standardrepliken auf Beleidigungen

Folgendes Hilfegesuch erreichte den Weltraumpapst:

Ich habe gerade bei einer Zugreise eine unschöne Situation erlebt: Ich verließ das Großraumabteil in Richtung Bordbistro und vergaß die Tür hinter mir zu schließen. Daraufhin brüllte ein Mitreisender laut “Tür zu!”. Ich war über den Tonfall erschrocken und antwortete “Das kann man auch freundlicher sagen”, darauf er “Du Scheißkerl denkst du wärst was besonderes, ich red mit dir wie’s mir paßt.” Ich war schockiert und habe lieber nichts mehr gesagt, dazu betretenes Schweigen bei den Passagieren. Ich habe meine Sachen genommen und bin in einen anderen Wagen. Jetzt fühlt dieser Asoziale sich auch noch als Sieger…

Frage: Wie gehe ich zukünftig in diesen Situationen vor?

Genau für solche Fälle sollte sich der Schöngeist und Cineast immer einige passende Filmzitate zurecht gelegt haben!
Die folgenden können praktisch in jeder vergleichbaren Situation appliziert werden und lassen sich auch gut kombinieren:
(Dies ist natürlich nicht nur wertvolle Lebenshilfe, sondern auch ein Rätsel. Aus welchen Filmen stammen die Zitate?)

1. Oh, wie interessant. Sie kommen aus Vulgarien, richtig?

2. Haben Ihre Eltern je lebenden Nachwuchs gehabt?

3. Du visualisierst mehrere Antwortmöglichkeiten “Ja/Nein”, “Was?”, “Kommen Sie später wieder”, “Fick dich selber, du Arschloch”, und entscheidest dich schließlich für: “Fick dich selber, du Arschloch”

4. Tut mir leid, ich habe gerade nicht zugehört.

5. Pudl di’ net auf, Hustinettenbär.

Für mögliche auftretende Nebenwirkungen und Folgeschäden kann der Weltraumpapst leider keine Haftung übernehmen.

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17 Antworten auf Standardrepliken auf Beleidigungen

  1. Minkasia sagt:

    Gute Antwortmöglichkeiten, v.a. das von mir sehr geliebte Vulgarien aus dem Mund des von mir sehr geliebten John Cleese.
    Am besten bewährt hat sich in meiner Erfahrung aber immer noch das “Redest du mit mir? Du redest mit mir? Ich seh hier sonst niemanden!? usw.” á la Niro-Bertl. Wichtige Voraussetzung: Eine Puffn in der Tasche oder zumindest ein wildes Geschau.
    Generell also tendiere ich als Frau und Geisteswissenschaftlerin zur robusten Drohmaßnahme. Gut auch ein Zitat meiner Schwester: “I werd da glei drohen!”

  2. Wenn man eine Waffe dabei hat, bieten sich sehr viele Filmzitate an (“Du begibst dich in eine Welt des Schmerzes.” gefolgt von “Siehst du was passiert, wenn man einen Fremden in den Arsch fickt?”).

    Nicht aus Filmen, sondern vom werten Kommentator Neil Sirach kenne ich noch folgende, immer einsetzbare Sprüche:
    “Stirb!”
    “Hoit die Goschn, wennst mit mir redst!” (für deutsche Leser: Halt’s Maul, wenn du mit mir sprichst)

  3. Minkasia sagt:

    Schön auch das von meiner alten Freundin, der bösen Birne, oft und besonders in unserer ehemaligen Zwischenheimat gern geäußerte “Re mi ned vo da Seitn au!”
    Die Psychotante (s. Weblog) macht’s auf Schwäbisch: “Isch tred dir inne Fresse noi, wennscht nu oimo so bled daherschwätscht!”
    Für mein neues Leben in der krisengebeutelten Linzer Altstadt hab ich “Ich mach dich kaputt!” vorbereitet.

  4. Minkasia sagt:

    Was sehen meine Schaasäuglein gleich am Morgen? Mein Weblog ist an die Spitze gerückt worden! Und da sag noch einer, dass man mit verbaler Gewalt (s. vorhergehende Kommentare) nichts bewirken kann. Verbindlichsten Dank jedenfalls!

  5. Die Reihenfolge in der Liste ändert sich bei jedem erneuten Laden der Seite…
    Aber in den Blogcharts meines Herzens steht das Ventil Ihres Kunstwollens tatsächlich an Nummer 1!

    Nochmal zurück zum Thema: das Rätsel. Nummer 1 haben Sie ja schon unausgesprochen gelöst. Aber da sind noch 2 weitere Filme, von denen ich weiß, dass Sie sie kennen.

    + Bonusfrage – wie lautet die filmmäßig korrekte Antwort auf “Sie kommen wohl aus Vulgarien, richtig?”

  6. Minkasia sagt:

    Das mit dem Wechseln ist mir auch aufgefallen und dann ein wenig peinlich gewesen, was Sie aber sehr elegant mit einem beschämenden Kompliment überspielt haben.

    Nun aber zum Rätsel:
    Antwortmöglichkeit 2-4 müssen Möglichkeiten bleiben. Nr. 5 kommt natürlich vom “Muttertag” und wird dem Ladenhauseisbären Übleis angedroht.
    Die Welt des Schmerzes wird im Big Lebowsky betreten, in dem überhaupt ständig sehr grandios gedroht wird.
    Und die halbwegs korrekte Antwort auf vulgarisch geht irgendwie so “Du blödgesichtigerarschgeigenenglischerblabla”.

  7. sockenpapst sagt:

    Ich möchte hier gleich nochmal die böse Birne (die offensichtlich wirklich böse ist) bemühen mit: “I epilier´ da glei in Schädl!” – Funktioniert natürlich nicht bei Neonazis…

  8. Auch bei den Sätzen 2-4 ist einer vom Dude.

    Und in der Vulgarienfrage findet die genannte Schimpftriade vorher statt – die Antwort darauf lautet dagegen: “Du bist aus Vulgarien, du Wixer!”

  9. Minkasia sagt:

    Oh, ich schwächle! Das muss sitzen, ich weiß!

    Zur Epilationsandrohung müsste man ja glatt auch dazusehen, was mit der bedrohten bösen Birnen passiert, wenn man diese Worte äußert (und zwar immer noch – Frau Sockenpapst und ich drohen ihr ja jetzt schon seit vielen Jahren so): Frau Birne schreit aufrichtig entsetzt auf und verliert die Kontrolle über ihre Knie.

  10. Die Aufösung

    1. Ein Fisch namens Wanda

    2. Full Metal Jacket

    3. Terminator

    4. The Big Lebowski

    5. Muttertag

    VI. “Frau Birne” ist eine Bekannte vom Sockenpapst und von Minkasia

  11. farmerblair sagt:

    Für diesen Fall gibt es auch die 3 unkonterbaren Sätze:

    I Schau Dich amal in Spiegel!
    II Lern zerscht amal Deutsch!
    III Sags in a Plastiksackerl, i huach mas daham on!

  12. Minkasia sagt:

    So, damit sich hier ein wenig was tut, wollen wir die Bande zwischen den Komment-Tieren ein wenig enger knüpfen:
    Werter Mitkommentator Sirach! Anfrage: Stimmt es in der Tat, dass Sie mit der auf meinem Weblog als Mitglied meiner eigenen Kleinfamilie fungierenden Psychomutti Biggi Nagl die Schulbank gleichsam geteilt haben? Wie klein dann die Welt wäre und wie froh wir sein müssten, zumindest gedanklich in den Weltraum ausweichen zu können.
    Mit freundlichen Grüßen
    Weblogmutti Minkasia

  13. Neil Sirach 'Lance' Armstrong sagt:

    Jo, des stimmt tatsächlich, wir sind in Parallelklassen gegangen. Ausserdem hat sie mich in Tunesien drei Tage lang frisiert. Richt bitte einen schönen Gruss aus!

  14. minkasia sagt:

    Lieber Herr Weltraumsekretär!

    Sagen Sie bloß, sie weilen auf Urlaub! Anderst kann ich mir die Neopost-Karenz nicht erklären! Das Volk braucht neue Verlautbarungen!
    Oder arbeiten Sie gar auch? Musste selbst diese unangenehme Erfahrung verkraften…
    Mit höflichem Gruß:
    Frau Minkasia

  15. minkasia sagt:

    Noch was: Herr Neil – warum frisiert? Das interessiert mich schon die längste Zeit!

  16. Tatsächlich hatte ich gestern ein Vorstellungsgespräch für einen Job neben dem Weltraumsekretariat. Abesehen vom Sommerloch war ich noch zur politischen Umerziehung in Schrems bei der attac Sommerakademie.

    Herr Neil ist gerade mit seiner Angetrauten in Kolumbien. Das Frisieren war vielleicht ein kryptoromantisches Ritual. Herr Neil hatte damals glaube ich eine John Lennon Frisur und war eventuell auf Ausschau nach einer Yoko.

  17. Psychotante sagt:

    Die Erinnerungen tröpfeln langsam wieder in mein Gehirn: es stimmt, ich habe damals Neil Sirach (?) bei seinem Vorhaben unterstützt, sich durch tunesisches Salzwasser seine Haare verfilzen zu lassen um noch cooler als eh schon zu sein- wohlwissend, dass nach der Maturareise der Druck der Coolness als frischer Student in der wilden Hauptstadt Wien wie ein Zementbrocken auf den Schultern liegt.
    Jetzt weiss man natürlich auch, dass die Kardinalsregeln beim Dreadlockwachsen lautet: NICHT frisieren- man wird sich also fragen, wie ich ihn da unterstützt habe durch meine Bürste
    oiso: leider hats bei ihm nicht so geklappt wie vorgehabt und ich habe das Schlimmste durch meine unermüdlichen Kemmaktivitäten verhindert!
    Schöne Grüsse also an dich, lieber Hr.Sirach!

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