Samstag, 17. September 2005

Gewinn und Verlust

Filed under: Dogmatik und Verkündungen — Sekretär des Weltraumpapstes @ 15:30

Ein dem Menschen innewohnendes Phänomen ökonomischer Irrationalität, das mir auch schon öfters aufgefallen ist, beschreibt der bloggende Marketingguru Seth Godin anhand einer auf den ersten Blick dumm erscheinenden Gutscheinaktion:
Fear of loss, desire for gain

In der ökonomischen Theorie gibt es keinen entscheidungsrelevanten Unterschied zwischen den beiden folgenden Szenarien:

Szenario 1
X Geldeinheiten sparen, dafür auf Gut Y verzichten.

Szenario 2
Verzicht auf einen Gewinn von X Geldeinheiten, dafür Gut Y behalten.

Würde sich ein homo oeconomicus in Szenario 1 für das Behalten des Gutes entscheiden, so würde er dieses Gut auch in Szenario 2 behalten wollen.* Denn es ist ja immer die gleiche Frage: Sind mir X Geldeinheiten mehr Wert als das Gut Y?
In der Realität kann es jedoch vorkommen, dass sich durchaus vernünftige Mensch anders verhalten, dazu zwei anekdotische Beispiele:

1.
Der Weltraumpapst geht zu einem Konzert von Disaster Area.

Am Weg dorthin bieten ihm Leute 100 ECU für sein Ticket, das ihn vielleicht ein Drittel dieses Betrags gekostet hat. Trotzdem lehnt er ab, denn er freut sich schon Hotblack Desiato endlich live zu sehen (wenn auch aus einem halben Lichtjahr Entfernung).
Aaaaber:
Wäre er selbst ohne Ticket dort hingekommen, und hätte erfahren, dass er nur mehr eines um 100 ECU kaufen kann – er hätte es sicher nicht gemacht. Er zahlt doch nicht das Dreifache des eigentlichen Preises!
Dabei war es beide Male die gleiche Frage: Besitzt du lieber 100 ECU mehr oder siehst du lieber das Konzert?

2.
In seiner Jugend befand sich der damalige Weltraumprediger manchmal auf Reisen mittels Interstellarrail. Es ergab sich dabei einmal folgende Situation:
Vor der Entscheidung stehend, mit einem Raumkreuzer zu reisen, der mit IR-Ticket gratis war, bei dem man aber einmal mitten in der Nacht umsteigen musste, und einem vergleichbaren Raumkreuzer, der ohne Umsteigen zur Wunschdestination führte, bei dem aber ca. 100 Schülling Aufpreis zu entrichten waren, fiel die Wahl auf letzteren.
Nach einiger Fahrzeit mit dem Kreuzer fragt der Weltraumprediger jenen Mitreisenden, der besonders stark für die Variante ohne Umsteigen argumentiert hat:
“Wenn jetzt jemand käme, und dir für ein Umsteigen mitten in der Nacht 100 Schüllig bar auf die Pfote bietet – würdest du das annehmen?”
Wie sich der ausgefuchste Leser wohl denken kann, war die Antwort “ja”.

* Vorausgesetzt die Beträge sind nicht besonders hoch, denn andernfalls könnte der mit dem Geldbetrag verbundene Nutzen variieren.
So würden die Meisten eine Wette annehmen, wo sie zu 50% 1 ECU gewinnen und zu 50% 1 ECU verlieren; aber ablehnen wenn bei der gleichen oder sogar besseren Gewinnchance sehr große Summen auf dem Spiel stehen. Denn 500.00 ECU reicher bedeuten nicht so viel zusätzlichen Nutzen, wie 500.000 ECU Schulden Leid verursachen würden. Stichwort: Risikoaversion

Donnerstag, 15. September 2005

D-Wahl II: Soll man hingehen?

Filed under: Dogmatik und Verkündungen — Sekretär des Weltraumpapstes @ 18:16

Barbara Schöneberger mit einer inhaltlich und syntaktisch schönen Verbesserung eines bis dato beschissenen Spruchs:
“Ich geh hin, weil vor allem die klügsten Kälber wählen ihren Bauern selber.”

Sonntag, 11. September 2005

Namenswahl

Filed under: Dogmatik und Verkündungen — Sekretär des Weltraumpapstes @ 22:50

Unter allen Lesern, welche die umfanglose Berichterstattung im Rundfunk über die Weltraumpapstwahl nicht mitverfolgen konnten, herrschte bis jetzt Unklarheit welchen Namen der neue Weltraumpapst eigentlich angenommen hat.

Noch während des Konklaves wurde in der Presse diskutiert, ob man die päpstliche Namensgebung wieder per SMS Zuschauervoting entscheiden sollte, doch erwiesen sich dessen Teilnehmer ja schon beim letzten Mal als zu unreif für ein solches Prozedere, dessen Ergebnis schließlich das gesamte Pontifikat von Weltraumpapst Rosette I. überschatten sollte.

Als nach mehrstündiger Beratung endlich ultravioletter Rauch aus der sixtinisch Blaskapelle stieg, hatte sich der neue Weltraumpapst bereits ohne Rückfrage bei seinen Eltern festgelegt: Seine Wahl fiel auf den traditionsreichen Namen Zoq-Fot MCMXXLII, wie üblich zu Ehren von Zoq-Fot II hoch LII, welcher der Prophezeihung nach ein recht einflussreicher Weltraumpapst werden soll.

Freitag, 9. September 2005

Die Geburtswahrscheinlichkeit

Filed under: Dogmatik und Verkündungen — Sekretär des Weltraumpapstes @ 20:24

Treffen sich ein Weltraumpapst und ein Apostel, sagt der eine:

Stell dir vor es ist 1970 und du bist noch tot. Die Wahrscheinlichkeit, dass du mal geboren wirst muss aber größer als null sein, denn ein paar Jahre später passierte es ja tatsächlich.
Bis 2100 wirst du wohl wieder tot sein. Ist danach die Wahrscheinlichkeit geboren zu werden (natürlich mit anderen Genen, Persönlichkeit und sonstigem Schmafu) gleich null?

Sagt der andere:
Häh?

Donnerstag, 8. September 2005

Das Panzerlama

Filed under: Dogmatik und Verkündungen — Sekretär des Weltraumpapstes @ 23:39

Viele Jünger sind nach dem gestrigen Bericht an den Weltraumpapst herangetreten, und fragten besorgt:
“Eure Heiligkeit, wie könnt Ihr Euch nur an kriegerischen Computerspielen erfreuen, das kann doch weder würdig noch recht sein!”
Diese Kritik ist nachvollziehbar, wissen die Jünger doch um die universelle Fehlbarkeit aller weltraumpäpstlichen Verkündungen.

Der Weltraumpapst anerkennt auch die begründete Angst dahinter, weist sie aber als grundlose Angstmacherei entschieden zurück. Um zu demonstrieren, dass auch wahre Männer des Friedens von Kriegsgerät fasziniert sein können, präsentieren wir daher nun einen Auszug eines Interviews mit den Dalai Lama (mit dem der Weltraumpapst schon über mehrere Generationen befreundet ist):

Dalai Lama: gardening is one of my hobbies.
Also, reading encyclopedias with pictures.
[Laughs.] I am a man of peace, but I am fond of looking at picture books of the Second World War.
I own some, which I believe are produced by Time-Life.
I’ve just ordered a new set. Thirty books.

Q: Really?
Why does the Reincarnation of Compassion have such a fascination with one of the most terrible events in human history?

A: Perhaps because the stories are so negative and gruesome, they strengthen my belief in nonviolence. [Smiles.]
However, I find many of the machines of violence very attractive. Tanks, airplanes, warships, especially aircraft carriers. And the German U-boats, submarines.

Q: I once read that as a little boy in Lhasa, you liked war toys.

A: Yes, very much. I also had an air rifle in Lhasa. And I have one in India.
I often feed small birds, but when they come together, hawks spot them and catch them — a very bad thing.
So in order to protect these small birds, I keep the air rifle.

Quelle:
http://www.sacred-texts.com/bud/tib/nytimes.htm

Fürchtet euch also nicht, wenn sich eure Kinder oder Weltraumpäpste für Kriegsspielzeug interessieren!

Dienstag, 6. September 2005

Habemus spacepapam

Filed under: Dogmatik und Verkündungen — Sekretär des Weltraumpapstes @ 21:54

Die Sedisvakanz ist beendet, der Stuhl des Weltraumpapstes endlich wieder besetzt!

Seine Heiligkeit meldet sich vom apostolischen Planeten im Superhaufen Virgo.

Exklusiv hier die ungekürzte Inaugurationsansprache in der englischen Übersetzung:

hello world!

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